oder die nacht


was immer falsch beginnt
der morgen
die alten sätze
die an keine wirklichkeit mehr glauben
die dünnhäutigen die alles lächerlich finden
andere gedanken sind dumm
sind schadhaft
uns gehört nichts
vergessen der traum man könnte an den rändern stehen
und gesehen werden von seinem eigenen spiegelbild
wir verbrennen langsam
werden durchsichtig
suchen bilder von denen wir hoffen
dass sie uns weiteratmen lassen
oder
das wir vergessen dass es ähnlichkeiten gibt
das wir unser leben begraben noch ehe wir es haben
so traurig kann man existieren
in dem man die nächte verrät
an kopierte lösungen
die immer damit enden
dass man über poesie lacht

Advertisements

desmuttersanfang

die erste mutter hieß
adam
sie stieg von den bäumen und
verkaufte semmeln
die semmeln waren gut
sie rutschten hinunter ins tal
im tal war ihr alles fremd
sie küsste die eigenen augen
das schreibe ich gleich nochmal
sie küsste die eigenen augen
zu ihrer ehrenrettung muss man sagen
sie war ein pilz
der pilz war vergiftet
eva durfte nicht davon essen
deshalb aß sie den apfel und entkam so
dem vorzeitigen tod

jammer

die alte maus dreht sich um
was sie sieht kann sie nicht sehen
kann sie nur rufen
sie ruft es nicht
denn was sie hört erkennt sie nur zu gut

wir sitzen herum wie schweigende
warum wir nichts reden weiß keiner

die alte fliege ruft
das rechte auge aus dem gesicht
sie kann nicht erkennen dass draußen ein fluss ist
das drinnen das jenseits beginnen kann

alles bleibt unerreichbar
dunkler schatten ohne linie
wir suchen im abgrund die
nacht und bemerken nicht
sie liegt hinter uns und ruft
unsere namen bereits

wir
das sind die vergesslichen
die am morgen erwachen
mit dem liebesvollen blick
einer durchtränkten sorge

wir begraben die umarmung nicht unter uns
wir vernichten sie um uns endlich zu erinnern

lesen sie das

im lokal zum madras
tief gebeugt
ohne sorgen
sie
das dünne kleid im schatten der stühle
fragt ihn
nach seiner geburt
damals gab es noch schicksalstage
er möchte sie aufzählen
ohne darüber zu reden
eins, zwei, drei, vier ruft er
im lokal hallt es
e borsta de lokale
gut dass die augen alles aufsaugen
worte abdecken
handlungen verschieben
bei madras wo das vorzügliche in den bodensuppen steckt
dunkle schleifbüssen die starren
starren draußen den wind an
flügeltüren tun sich auf wie wilde übereifrige
die zu spät kommen und sich vorkommen
so ganz ohne auskommen
man bräuchte mal wieder einen schiefen gang
bei madras
in den sänften
helle orte kennen kein versprechen
heimlichkeiten ausgesperrt wie sonden die man über
die flüsse legt
dünne einschnitte
im hagel der nacht
im sturzfieber des draußen
fragt sie
ist es verboten sich zwischen den zeilen wohlzuäugeln
der idiot sagte auch noch ja
da legten sie los
bei madras
sie werden sich erinnern
später
wenn alles längst verklungen
die letzten rufnummern eingetrocknet
die letzten dünnen sätze vergraben
in alle winde wird gespuckt
später
wenn in den dörfern die nachtigallen
nach den ersten rufen und
wir
die wir nichts sind
nur leser und aufschreiber
wir warten auf
auf alles was man vergraben
vergessen und versäumen kann
tiefe lieblichkeiten
die sanft über wangen stolpern
zittern nur wenn sie wieder stehen

da das

du erkennst in jedem fragezeichen eine frage
du trägst gerne anzüge im inneren deines bewusstseins
du gehst in den keller
niemand sieht es
du spürst das verlangen abzustürzen
deshalb stürzt du auch in die erste flasche wein
die du vor denen dort oben versteckst
du trinkst so lange bis die leere aus deinem gesicht verschwindet
du erkennst in dieser nacht wird es nicht anders sein
du wirst den staub erledigen
du wirst vergessen was nicht geschehen wird
du wirst etwas schreien
so leise
dass der schrei wie der grund klingt warum du trinkst
die vergesslichen sätze strömen auf dich ein
du verläßt diesen moment nicht mehr

drei dosen blechbier

einer am morgen
kaufte einen kasten bier
er rief uns

kommt her ihr nichtschwimmer aus prinzip

wir gingen zu ihm
auch wenn wir wussten dass wir untergehen würden

schrauben lagen auf dem boden
machten uns noch durstiger
warum sie uns durstiger machten
wir wussten es nicht

wir tranken und tranken
als die kiste leer war
zogen wir dunkle grimassen

wir zählten unser geld zusammen
was wir zählten war nichts

schließlich (was sollten wir machen)
verkauften wir unsere jacken
die wir nicht trugen
verkauften unsere hosen
die uns nicht gehörten

kauften noch eine kiste bier und waren
endlich voll

der alte dialog

der dialog war noch da
die gespräche festgehalten
sie redeten ohne zu reden
eines stand fest
ihnen war der mund nicht zugewachsen

die drahtzäune zwischen den träumen
verschwanden bevor sie erwachten
sie wussten es

es hatte keine bedeutung

sie redeten in der nacht von einer berühung
sie staunten nicht schlecht als sie erwachten und die
berührung war immer noch da und das obwohl sie doch schwiegen

zu komisch

zwei die
die augen schliessen und da ist immer noch die nacht
die nacht und die umarmung
die nacht und das schweigen das reden kann
ohne es zu verstehen